Matthias berichtet 2021 52/2021


Winterweide vor dem Schniedershof

Dies ist der letzte Text in diesem Jahr


Die Ernährung von Pflanze, Tier und Mensch.

Alle Lebewesen in unserer Natur wollen sich ernähren. Jeder hat seine eigene Ernährung. Ernährung ist höchst individuell. Sie kann auch nicht einfach geändert werden. Eine Katze zum Veganer zu machen, ich meine, das ist keine würdige Aufgabe, denn es entspricht nicht ihrem Katzen-Wesen. Ebenso können wir der Pflanze nicht den Durst nach Wasser und das Bedürfnis nach ausgewogenem Sonnenschein ausreden. Ich beobachte, alle Wesen sind miteinander verwoben und eins kann nicht ohne das andere! Es würde also auch nicht helfen, wie manche Menschen sagen; „Würde nur der Mensch von dieser Erde verschwinden, dann würde die Erde gerettet.“ Ich meine, das ist dummes Gerede. Ich würde auch nicht freiwillig von dieser Erde verschwinden, denn ich weiß, dass wir uns als Menschen weiterentwickeln können und mit unserer individuellen Weiterentwicklung die Tier- und Pflanzenwelt ebenso mitentwickeln. WIR müssen uns also entwickeln, nicht Pflanze und Tier. Diese werden uns schon folgen, wenn WIR uns gut entwickeln und dann, da bin ich gewiss, folgen sie gerne. Wir sind Hüter und Hirte, auch dieser Erde und zur Entwicklung fähig. Irgendwann sind wir in unserer Entwicklung so weit gekommen, dass wir dieser Erde ein neues, wohltätiges Antlitz gegeben haben. Und das erreichen wir nicht durch Technik, - wenngleich auch die Technik uns hilfreich sein kann- , wir erreichen dies durch unsere individuelle harmonische Entwicklung. Und auch hierin ist es wie mit allem Lebendigen auf Erden, manches geht voraus um den lebendigen Boden zu bereiten und andere bewirtschaften ihn dann. Pionierpflanzen gibt es, die Brennnessel ist eine davon. Sie bereitet den belasteten Boden durch ihr unglaublich verzweigtes Wurzelwerk zu einem harmonischeren Ganzen. Nach der Brennnessel kommen andere Pflanzen, wie Distel oder Beinwell, die den Unterboden aufbrechen.   Der Boden ist die Grundlage unserer Nahrung, somit ebenso unsere Grundlage zum vollwertigen Menschsein. Diese Erkenntnis wiederum motiviert mich immer wieder, meine Lebensleistung für gesunde Böden und eine gesunde Landwirtschaft einzusetzen.   

Klimawandel gestalten, das begann mindestens schon 2021 

Das die gebeutelte Natur nicht nur den Menschen mit einem tierischen Virus zu schaffen machte, das ist deutlich. Auch die Erde, der Boden, die Pflanzen und Tiere hatten zu leiden. Wer erinnert sich an alle Klimawidrigkeiten, die das Jahr brachte? Ich kann es nicht wirklich, weiß aber, dass es sehr gute Zeiten für die Pflanzen gab und kurz danach wiederum sehr schlechte, anstrengende Wetterkapriolen. So gelang die frühe Pflanzsaison 2021 sehr gut, die Pflanzen, Samen, Knollen konnten gut in den Boden gebracht werden. Teils war es noch sehr kalt und nass, das wurde dann im März, April wieder angenehmer. Das Wachstum war gut. Wir waren voller Hoffnung, das es ein gutes Jahr sein könnte. Dann kamen sehr kühle Winde im April/Mai, was die Pflanzen stocken ließ. Es war der kälteste April seit 40 Jahren. 

Der Bio-Obstanbau

Ich glaube, die Obstbauern hatten ganz große Sorgen um  ihre Obstblüten und Knospen! Das Risiko ist für das Obst so enorm, denn EINE viel zu kalte Frostnacht kann die ganze zukünftige Ernte zunichte machen! Aber. wir haben darin Glück gehabt, das sagt der Obstbauer Rolf Clostermann, der Frost war nicht so stark. Denn die Möglichkeiten für die Obstbauern darin einzugreifen sind gering. Manche stellen hunderte große Fackeln in den Obstbongard, manche können sogar gegen den Frost beregnen. Das ist jedoch sehr aufwendig, denn Frost läßt ja bekanntlich das Wasser gefrieren. Später erst bekamen die Äpfelbäume durch das Wetter Probleme, sodaß eine geringe Apfelernte durch viele kleine Äpfel und auch Schalenfehler entstanden.

Muttertag, 9.Mai war es (kacke) warm

Beginn Mai kamen sehr heiße Tage, was nicht lange anhielt, es wurde sehr kühl und auch nass. Das Gras auf den Weiden wuchs enorm! Wir haben noch nie soviel Gras ernten können wie dieses Jahr! Dieses Gras können wir ja nicht fressen, das fressen nur die Wiederkäuer, wie Kühe, Ziegen und Schafe.

Aber nicht alle Pflanzen fanden das Wetter gut wie das Gras auf den Weiden. Vor allem die Erd-, und Baumäpfel, die Wurzeln und die wärmeliebenden Pflanzen hatten Kummer. Der Juni brachte zwar auch viel Sonne, aber extreme Niederschläge, wo auf vielen Flächen das Wasser nicht abfließen konnte. Manche verdichteten Böden wurden zu Seeflächen. Das kam dann im Juli noch dicker! Unglaubliche Sturmflut kam vom Himmel! Die schlimmsten Folgen sind uns ja bekannt, die Hochwasser in der Eifel, Ahrtal und Rheinland Pfalz. Aber auch bei uns im Flachland muss das  Wasser ja irgendwo hin und viele Äcker standen unter Wasser. 

 

Dennoch konnten dankenswerterweise im Juli, August, aber eben nicht alle Landwirte, eine gute Gerstenernte einfahren. Die Gerste kann immer zu erst geerntet werden. Dinkel, Weizen, Roggen sind später. Am Niederrhein wird Gerste kaum auf Bio-Höfe angebaut, weil sie für die Brauereien und die Tiere, also für die Massentierhaltung angebaut wird. Das machen hier Bio-Höfe nicht. Im August, September konnte dann überraschend viel gutes Getreide geerntet werden, ebenso nicht alle Betriebe. Die verschiedenen Bodenstrukturen, die Verfügbarkeit der Erntemaschinen, die Aufbereitung des Getreides, die Lagermöglichkeiten, das ist eine große Herausforderung besonders für kleine Höfe. Es muss ja bei diesen modernen Wetterkapriolen rasend schnell gehen! Das gelang deswegen, weil die Landwirte über moderne Landmaschinen Strukturen verfügen können. Das widrige Wetter erfordert das, denn die Zeiten zur Ernte sind stets knapper, sodaß ich mir gar nicht vorzustellen wag, wie es wäre, wenn die Ernte noch viele, viele Menschen händisch machen müßten! Wie sollten wir es dann schaffen, die Ernten in der Schnelle einzubringen? Es gibt doch viel zu wenig bezahlbare Arbeitskräfte in der Landwirtschaft. Dank der guten Technik haben wir genügend Getreide einlagern können, dass muss so gesagt werden. So ein Mähdrescher, das ist schon eine beindruckende Maschine!  Wie könnten wir ohne dieser enormen landwirtschaftlichen Technik eine Vielfalt an Nahrungsmitteln das  ganze Jahr über haben? Es wäre nicht möglich! 

Eine geringe Kartoffelernte dieses Jahr

Diese Saison haben unsere es Kartoffeln auf dem Schanzenhof durch diese Wetterkapriolen schwer getroffen! Eine sehr geringe Ernte gab dieses Jahr. Viele kleine Knollen, zwar gesund und munter, aber mit sehr vielen kleinen Knollen lagen im Boden. Solch eine geringe Toffel- Ernte, die hatten wir noch nie. Wir kommen mit dieser Ernte das erste mal nicht bis zur folgenden Ernte. 

Ganz anders mit der Roten Bete. 

Glücklicherweise ging es nicht allen Feldfrüchten so. Die rote Bete auf dem Schanzenhof konnte mit dem Wetter besser umgehen. Diese Ernte war gut. Rote Bete steht länger auf dem Feld und ist robuster, ihre Erträge sicherer. Schädlinge setzen ihr nicht so zu. Das kommt auch daher, dass sie von dem wirklich guten Demeterboden stark profitieren können. So gut, dass sehr viel der Ernte zu Saft weiterverarbeitet wird. Das geschieht bei der Safterei Voelkel, von denen wir ja viele Produkte anbieten.  So kann bei uns auch der gesunde und leckere Rote Bestraft mit der Biokiste bezogen werden. Von Rote Bete gibt also genug. 

Lankerskate

Unser Gärtner vom Partnerbetrieb Lankerskate in Hamminkeln, Julian Koplin, ist zufrieden mit der Ernte. Durch den vielen Regen hatte er viel weniger Mühe mit dem bewässern. Das gehörte die Jahre zuvor zur Haupttätigkeit. Nun füllte der Regen Scheun und Fass. Da die Demetergärtnerei sehr sandige Böden hat, -Karnickelsand sagen sie immer dazu- ist für nasses Wetter ein Vorteil. Dadurch können sie trotz der Nässe den Boden befahren, um ihn zu bearbeiten, um zu Pflanzen, Säen, und zu ernten.  Dennoch hatten sie es nicht Prima mit dem Klima. Der Regen und die dunklen kalten Tage setzten den Wärme liebenden Pflanzen zu. Das sind vor allem die Tomaten, Gurken und Paprika, Auberginen. Die Blätter bekamen schnell Braunfäule. Die Erträge waren schlecht, die Pflanzen fühlte sich nicht wohl und verabschiedeten sich schnell. Nun gibt es schon einige Wochen KEINE regionalen Früchte mehr. Die müssen aus wärmeren Ländern kommen.  

Julian, bleib tapfer dran! Wir brauchen dich und euch! 

De Hooge Weyer, ein gemischter Demeterhof 

Jan und Bets, heißen sie bei uns. Wir pflegen eine Betriebe-Partnerschaft seit den 1990er Jahren! Der einzige  Demeterhof in Limburg, NL! Viele Demeterhöfe in Limburg, NL gaben inzwischen auf. Demetererzeugnisse verkauften sich in NL viel in den großen Zentren, wenig auf dem Land. Der Absatz war immer schwierig. Ein Hof hat aj nicht nur Gemüse anzubieten. Es kann ja auch Milich und Fleisch, Wurst und Käse sein. Das ist stets schwierig zu vermarkten. Jan und Bets habe aber  durchgehalten! Unglaublich, was die beiden leisten. Ich könnte hier hunderte Bilder einfügen, die alle immer noch nicht das zeigen, was es bedeutet, solch einen Demeter-Hof aufgebaut zu haben. Ich behaupte: hier zeigt sich Menschheits-Entwicklung!  Sie haben inzwischen einen großen Kundenstamm in der Region Weert und Roermond aufgebaut. Dazu gehört eine sehr gute Fleischvermarktung, womit m.E. der Betrieb wirtschaftlich erst überleben konnte. 

Und wir freuen uns, über die Vielfalt an Gemüse- Erzeugnissen von Ihnen, die wir jedes Jahr für unsere Biokiste bekommen. Beste Qualität, direkt vom vielseitigsten Demeterhof in Limburg. Danke euch dafür, liebe Jan und Bets! 

Hof Büsch in Weeze

Daniel und Simone übernahmen nun den Hof komplett von Johannes und Barbara, die den Hof aufgebaut haben! Meinen Glückwunsch und meine Hochachtung zu diesem Übernahme-Schritt! Da muss man ja eigentlich ein bißchen übermütig sein, um aus dem hohen Norden zum Niederrhein zu kommen und dort einen Demeterhof zu übernehmen und den weiter zu entwickeln zu wollen, oder? Aber dass sind sie überhaupt nicht; sie sind völlig bodenständige, tatkräftige Personen mit einem Kind, der Lotta. Regelmäßig kommen von diesem Hof viele gute Erzeugnisse in unsere Biokiste. Sie sind extrem vielseitig aufgestellt, sodaß ihnen das zwar sehr viel Arbeit bringt, dadurch sind sie aber auch davor gefeit, wenn mal eine Kultur nicht so gut ausfällt. Auch an diesem Hof kann wunderbar erkannt werden, was eine moderne Landwirtschaft leisten kann! z.Zt. wird ein neuer Maschinenschuppen gebaut. Alles in Handarbeit vom Hof!   Man kann sie auf Ihrem Demeterhof in Weeze besuchen und dort auch in einem gut sortierten Hofladen einkaufen. Sie haben viele Bilder auf Ihrer Internetseite gestellt, die vieles aussagen. Auch findet man dort Bilder von unserem neuen Biokisten-Auslieferfahrer Shadi Askari, der nun bei uns die Schniedershof Biokiste ausliefert. Mehr muss ich nicht zu diesem innovativem demeter Hof  schreiben, schaut auf www.buesch-naturkost.de. 

Bio Großhandel -Rhein - Maas, regional und aus Europa

Woher kommen die Erzeugnisse aus Europa und wie können die Erzeuger dort ihre Waren verkaufen? 

Wir bekommen mehrmals wöchentlich aus Italien, Frankreich, Spanien viele Bio-Erzeugnisse. Einen großen Teil vom Obst- und Gemüse Import tätigt unser Großhandel in Nieukerk mit Jan Paul, Charles und Ingo, und weiteren fleißigen Mitarbeitern von Bio-Rhein-Maas. Das sind unsere Partner in der Beschaffung unserer direkten Ware aus der Region und dem nächsten Europa. Das ist keine kleine Aufgabe, denn die Bio-Erzeuger wohnen nicht alle nebeneinander und häufig auch in abgelegnen Regionen. Zudem sind deren Erträge meist geringer, weil keine Monokulturen gepflegt werden. Dafür viel Qualitätsvoller! Das MUSS gefördert werden durch einen gesicherten Absatz. Aber wir wissen, es gibt darin noch viel zu tun! Erfolg: Jan Paul hat für den Großhandel das erste mal in seinem Leben drei NigelNagelNeue Mercedes LKW  gekauft! Nur, die können IMMER noch nicht geliefert werden!  

 

Biotropic und die weite Bio-Welt

Zu den Klimaten in wärmeren Ländern weiß ich zu wenig. Ich bin auch noch nie dorthin gereist. So kann ich nicht sagen, wie die Orangen, Zitronen, Clementinen gewachsen sind und welche Wetter sie plagten. Ich hörte von sehr großer Trockenheit und Hitze. Diese Erzeugnisse bekommen wir von biotropic.com und von Naturkost West aus Duisburg. Das sind beides pure Bio-Import- Handelsunternehmen! 

Langjährige gute Zusammenarbeit zeichnet die Partnerschaften auch mit diesen Betrieben aus.  

Fazit

Alle Beteiligten wissen davon, wie nötig der richtige, gut gemachte Bio-Landbau für den gut gemachten Klimawandel ist, warum faire Partnerschaften mit einer stabilen Abnahme der Erzeugnisse mit ebenso fairen Preisen für die Urproduktion ist. Das ist unser aller stetiges Bemühen und wird nicht einfacher dadurch, dass nun große Discounter die Macht übernehmen wollen. Sie interessiert Masse und Preis. Daher haben wir noch sehr viel zu tun!  

Die Biokiste hat sehr viele Erzeuger

Sicher konnte ich hier nur einen Teil der Erzeuger aufführen. Eine Biokiste  besteht ja aus sehr vielen Erzeugnissen und es gibt daher auch viele Erzeuger. Milch und Milchprodukte, hier meine ich auch den Käse, da sind wirklich beste Erzeuger am Werk! Zudem der Honig! Die Imker haben es extrem schwer um zu existieren! Den Winzern, geht es denen gut? Ich weiß von vielen Problemen mit der Gesundheit der Reben. Und der Bio-Wein Absatz ist bei uns zumindest nicht so dolle! Die Bio-Kräuter Erzeuger? Alexandra baut in ihrer Gärtnerei bei uns ganz in der Nähe eine tolle Vielfalt an Kräutern an. Die hat sie bislang über Märkte vermarktet, z.B.. den Frauenmarkt in Jülich. Alles ausgefallen dieses Jahr! Sie richtet eine Vermarktung in Ihrer Gärtnerei ein. Wer dort bald Kräuter- und Gemüsepflanzen einkaufen möchte, der frage uns bitte zur Telefonnummer von Alexandra Hecker. 

Niemand möchte eine Massentierhaltung! 

Die Vermarktung von Biofleisch, nicht einfach! Wir arbeiten dran.

Solidarische Landwirtschaft

Manche kennen vielleicht eine Solawi, oder? Letztens, irgendwann Freitags, war im WDR5 ein Bericht über den solidarischen Kremershof. Dort wurden die Schwierigkeiten deutlich beschrieben. Eine Solawi ist gut. Eine Biokiste ist darin besser, dass wir nicht nur Gemüse oder Obst ausliefern. Die breiteste Vielfalt kann mit unserer Biokiste ins Haus geliefert werden! Das muss erst geleistet werden und ich möchte mich aufrichtig hier bei meinen Mitarbeitern bedanken, die absolut fleißig die Biokiste fertig stellen und ausliefern! 

Trinkgeld als Belohnung

Nochmals hingewiesen sei auf das Trinkgeld, was ja letzte Woche schon erwähnt wurde.

Viele Kunden geben gerne Trinkgeld. Dafür will ich mich wirklich bedanken! Trinkgeld oder Tip, wie es manche nennen, sollte ehrlich verteilt werden. Der Gerechtigkeit halber haben wir im Online Shop einen Trinkgeld Artikel angelegt. Dort kann für die übrige Belegschaft ein Trinkgeld gespendet werden. Unsere  Buchhalterin Anja verwaltet das Geld. 


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