Matthias berichtet 2021 14/2021


Qualität der BioWaren


Mangel an Menge und Qualität wird deutlicher

So kommen die Möhren aus dem Sandboden

Ungewaschene Möhren (Wortels in NL) werden von der Demeter Gärtnerei Watertuin bei Vierlingsbeek.nl direkt in GroßKisten geerntet, solange gelagert, wie die Qualität es zuletzt, sodann sortiert und uns geliefert. Weil der Anbau nicht immer ganz einfach und ohne Risiko ist, schreibe ich hier dazu. Das sie nicht gewaschen werden, das hat einen Grund.

Wird die Wurzel vor dem Ausliefern gewaschen, dann wird die Möhre selten so schön rot, wie man sie haben möchte. Das kann man ja schnell ausprobieren, wenn man die ungewaschenen Möhren einmal wäscht. Die Wurzel hat, je nach Sorte, schwarze Ringe und Flecken. Um diese zu entfernen, werden die Wurzeln poliert. Dazu wird die natürliche Haut abgeschabt. So sehen sie schön rot aus. Das hat jedoch die Folge, dass die Ätherkräfte, also die Lebenskräfte, der Pflanze viel schneller entfleuchen können. Sie ist damit weniger Lebenskräftig. Das entspricht nicht unseren Idealen von Lebensmitteln die unsere Kräfte fördern.

Erzeugnisse werden knapper, vor allem regionale

Möhren sind ein wichtiges Erzeugnis in unserer Biokiste. Wir bekommen die normalerweise das beinah ganze Jahr von regionalen Bio- oder sogar Demeterhöfen. Dieses Jahr sieht das anders aus.  Die regionale Ware ist, bis auf eine Ausnahme, schon ausverkauft. Eine kurze Zeit kommen sie noch vom Biolandhof Bolten in Niederkrüchten. Bald aus Belgien. Mal schauen, wie lange sie dort vorhalten. Möhren werden ja im Herbst in kühlen Räumen eingelagert, und nach Bedarf herausgeholt und sortiert und gesäubert. Je nach Qualität zur Erntezeit gibt es mehr oder weniger aussortierte Ware. Das kann nach langer Lagerzeit zu erheblichen Ausfällen führen. Hier unten auf dem Bild sieht man die letzten Sand-Möhren vom Demeterhof Watertuin in Gelderland, etwa 30km von uns entfernt. Diese habe ich sortiert und auch bei dieser Partie feststellen müssen, wie die Möhrenfliege die Wurzeln geschädigt hat. Daher werden diese nicht mehr angeboten, denn es gibt zu viele Verbraucher, die damit nicht umgehen können. Der Demeterhof hat damit auch weniger Einnahmen, das gebe ich zu bedenken. Das Risiko beim Anbau von Möhren kann keinem Erzeuger genommen werden, wenn wir nicht umdenken. Die kleine Möhren-Fliege bewegt sich im Sommer an heißen Tagen über dem noch jungen Möhrenacker und legt ihre Eier in die Nähe der Wurzel ab. Die Larven dringen später in die Möhre ein und entwickeln sich. Im Lager fressen sie auch weiter, schlüpfen später, und hinterlassen schwarze Fraßgänge, die man nicht gerne in der Wurzel findet. Besonders das obere vegetative Ende der Wurzel wird zuerst befallen und wird faulig. Sodann geht die Larve auch durch die Wurzel. Der Befall kann heftig sein. Im Bioanbau darf auf keinen Fall mit Insektiziden gegen die Fliege vorgegangen werden. Der Biobauer muss schlauer sein. Er spannt zu den Flugzeiten Netze über seinen Acker. Das hilft viel, aber auch nicht immer. Es gibt auch Stürme, die die Netze herunterreißen. Auch am Feldrand fliegen die Möhrenfliegen gerne. Sie können dann durch die Erde in die Wurzeln gelangen. Lauf- und Kurzflügelkäfer sowie Gallmücken und Zehrwespen treten als Räuber von Eiern und Larven und als Parasiten der  Puppen auf. Diese Nützlinge sind jedoch häufig nicht mehr in unserer Natur anzutreffen. Wir haben auf unseren Äckern ausgeräumte Verhältnisse! Leider! Vielfalt ist nicht mehr vorhanden, weil Kräuter, Büsche und Bäume „ausgeräumt“ wurden. Die Folge sind meist erhebliche Schäden an unseren Kulturpflanzen! Wir benötigen eine NEUE Landbaukultur! Dazu hilfreich könnten dann ja die Kulturminister zuständig sein, aber die bekommen ja nicht einmal eine vernünftige Kultur- und Schulpolitik gebacken! 

Somit haben wir auch die folgenden Jahre vermutlich zu wenig Möhren und anderes gesundes Biogemüse zur Verfügung.     

Weiteres Thema: Importgemüse und Obst, hier Paprika. 

Wir bekamen eine Reklamation per Email: 

Ich hatte rote Paprika 1.Wahl bestellt. Bekomme grün rote, mehr grün als rot geliefert.

Meine Antwort:

Wir hier sind allgemein froh, dass wir überhaupt Paprika und andere Edelgemüse aus gutem BioAnbau bekommen! Paprika wachsen in ihrer Hauptwachstumsphase IMMER in Grün auf, später reifen sie in die Farben rein. Es gibt neuere Züchtungen, die, soviel ich weiß, im Bioanbau NICHT zugelassen sind, die schon weitgehend gelb oder violett oder rot heranreifen. Diese können jedoch nur in speziellen Gewächshäusern erzeugt werden Ein großer, merkwürdiger Aufwand, der dann auch noch zur Folge hat, dass die Verbraucher meinen, alles wäre zu jeder Zeit in jedem Zustand zu bekommen. Die Natur tickt da anderes. Also, Paprika wachsen ausschließlich in Wärme und reifen nur rot, gelb, orange, violett ab, wenn genügend Wärme und Sonne vorhanden ist. Paprika ist eine aufwendige Kultur, wie Gurken, Auberginen und Tomaten. Heimische Paprika kommen aus ungeheizten Gewächsen erst ab Juli, August. In Spanien und Süditalien gab es die letzten Wochen extrem kalte Wetter. Vieles ist erfroren. Sollen wir da nicht froh sein, wenn überhaupt etwas zu uns gelangt? 

Avocado kann ich gegen dir Wand werfen und sie würde keinen Schaden nehmen, so hart ist sie..

Das kennen ja alle Kunden vermutlich schon, denn das ist ja nicht neu. Viele andere Früchte betrifft das ebenso. Das ist eben so mit der Pflanzenreife. Bei Pflanzen, die nach der Ernte getrocknet werden, da kann das besser gehandhabt werden. Diese wachsen auch ausschließlich im Freiland auf. Es gibt das sogar beim Menschen. Da kann man beobachten, dass manche Kinder schon früher sich in manchen Dingen reif entwickelten, z.B.. in Schreiben oder Rechnen, manche benötigen ein ganzes Leben, um darin reif zu werden. 

Pflanzen sollten gesetzlich standardisiert werden? Die Züchtung verfolgt das vehement, mit fatalen Folgen. Was heißt es, dass die Menschen zum Beispiel Früchte, Gemüse, Getreide, Zucker und Getränke, Eier und andere tierische Erzeugnisse bekommen, die nie richtig ausgereift sind? Überzuckerte und angereicherte Lebensmittel lassen die Menschen schwer zur Reife finden. Ebenso ist es mit allen Lebensmitteln! Beobachten sie das bitte mal. 

Folgende Woche sind die Avos grade recht oder sehr reif. Sollen wir KEINE Avos anbieten? 

 Wie soll der Erzeuger in Übersee das denn hinbekommen mit zeitgenauen Ernten? Gehen Sie diesen bitte einmal besuchen und fragen sie diese. Ich selber saß noch nie in einem Flieger und werde deshalb auch nicht in einen steigen. 

Wir haben die letzten Avocado bestimmt ZWEI Wochen in der Küche gelagert, bevor sie verzehrreif war. Sie war SEHR lecker! 

..und die Mango ist so überreif, dass sie am Samstag matschig sein wird.

Viele Kunden freuen sich eben über DIESE weichen Mango. Schauen Sie auf Biotropic.com, das habe ich schon öfters empfohlen. Dort gibt es Videos, die das genau zeigen. 

Ich habe schon mehrfach die Qualität bzw. die Sorgfaltspflicht des packenden Angestellten angemahnt, aber das scheint ja keinen zu interessieren.

Das ist ja wirklich ein wenig mehr als frech, was sie da behaupten, oder? Sie dürfen sich gerne bei uns bewerben und sie machen dann diesen „angemahnten packenden Angestellten“ und wir testen ihre Fähigkeiten. Danach sprechen wir uns dann einmal. 

Wenn ich eine Avocado bestelle, dann möchte ich diese doch nicht in 2 Wochen essen.

Dann müssen sie leider selber in Kaufhäusern wählen gehen. 

Manchmal reifen sie auch nicht nach und sie sind vom Fruchtfleisch dann schon braun.

Die Reife einer Frucht benötigt Kenntnis.

Dieses Bild haben wir vor mehr als 20 Jahren gemacht. Damals noch nicht digital und mit viel Herzblut. Es soll die Vielfalt von unseren gesunden Lebensmitteln darstellen. 

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