Matthias berichtet 2023 04/2023


Erde die uns dies gebracht, Sonne die es reif gemacht.


Kart-Acker-wirdvorbereitet - Naturkost Schniedershof - Ihr Biokisten Lieferservice vom Niederrhein

Der gesunde Boden ist Grundlage für gesunde Feldfrüchte. Daher muss die Bodenbearbeitung sehr schonend sein. Da kommt es nicht auf die Größe der Maschinen an, sondern auf deren passende Effizienz zum Boden und Pflanze. 

Kartoffeln und einlagern

Kartoffeln vom Schniedershof in der Biokiste. 

Ich habe länger nicht über unsere Kartoffelsituation berichtet. Wir haben ja auch noch viele andere Erzeugnisse über die man berichten kann. Aber nun muss ich dennoch  über unsere Kartoffeln berichten. In unserem Kartoffellager sind genügend viele Knollen eingelagert, was mich beruhigt. Alle unsere Toffeln stammen aus regionalem Demeter-Landbau, darauf bin ich stolz. Aber die Qualität, - die Äussere,- ist nicht optimal, sie hat in der extremen Sommerhitze 2022 gelitten. Mengenmäßig können wir vermutlich alle Kunden bis zur neuen Ernte versorgen, das klappt, wenn nicht unerwartet ein Riesen-Kartoffelboom aufkommt. Die gute Demeter Kartoffel zeichnet sich ja dadurch aus, dass sie gute innere Lebensmittelqualitäten hat und damit auch gute Lagereigenschaften aufweist. Das benötigen wir, damit wir sie bewahren können, bis unsere neue Ernte auf dem Schanzenhof herangewachsen ist. Diese beginnt früh, jedoch muss ja die Knolle von Ernte zu Ernte lagerbar sein. Früher kellerten ja noch viele Menschen Gemüse und Kartoffeln selber ein. Heute kauft man nach Bedarf. Da lagert meist der Landwirt. Er trägt damit auch das Risiko. Und das Geld der Arbeit bekommt er auch erst, wenn die Kartoffeln dann gekauft werden. Ist das gerecht? 

Hitzesommer 2022

Nun war der letze Sommer sehr heiß. Kartoffeln mögen es lieber etwas ausgewogener. Hitze und Trockenheit ist nicht ihr Ding. Sie leiden und kränkeln dann eher. Sie lassen sich danach nicht lange lagern. Oder bleiben sehr klein, die Knolle kann dann im Boden nicht gedeihen und wachsen. Wie würden wir dann satt werden, wenn wir nicht bewässern könnten?  Da kommt man mit dieser Frage zur gerechten Bodenfrage. Das habe ich ja auch schon öfters angeschnitten. Nun zur aktuellen Ernte. Sie hat gelitten und Schädlinge fanden leicht den Weg zu ihr. Durch den Hitze- Sommer ist es schwierig mit dem Befall der Drahtwürmer geworden und auch mit einem Pilz, der Schwarzfleckigkeit hervorrufen kann und die Knollen- Widerstandsfähigkeit im Lager beeinflussen kann. Das macht mir Probleme.  

Ich sortiere die Knollen

Ich sortiere ALLE Knollen selber durch, wenn ich es zeitlich schaffe! Es ist sehr viel Arbeit! Zweimal nehme ich jede Knolle in die Hände. Das erste mal werden die Kartoffeln in Großkisten aus dem Lager mit dem Gabelstapler geholt und über ein Förderband gehen sie in den Rüttler, wo Erde, Steine und Keime weitestgehend entfernt werden, sodann werden die Knollen gebürstet, um sie etwas zu säubern, dann kommen sie auf das Verleseband, wo ich jede Knolle ansehe und sortiere. Dann lagern wir sie eine Woche und ich verlese sie ein zweites mal.. und finde noch genug zum Aussortieren. 

Genügend Menge geerntet, auch genügend geschädigte

Das ist dieses Jahr leider so und war aber auch schon die letzten Jahre nicht wirklich anders, denn die Sommerhitze macht den Knollen zu schaffen. Die Erntemenge ist dann durch die Bewässerung zwar gut, die Lagerqualität aber leidet. Zudem müssen wir seit Jahren auch jedesmal ein paar Tage früher ernten, damit die Knollen noch zeitig aus der Erde kommen, denn der Befall durch tierische und pilzliche Erreger wird dann immer stärker. Es werden hier am Niederrhein sseehr viele Kartoffeln konventionell angebaut und dort wird erheblich gegen diese Erreger gespritzt! Sehr viel! Diese Schädlinge entwickeln sich aber dennoch auf den Kartoffelflächen, bevor sie mit Fungiziden oder Insektiziden vernichtet werden und freuen sich riesig darüber, dass dort ein Bio-Acker mit Kartoffeln ist, wo sie gerne weiter Überleben wollen. Also, nix wie dort hin!, sagen sie sich und treffen sich in den Bio- Beständen gerne, denn wir spritzen nicht gegen diese Erreger. Das heißt dann für uns; schnell die Ernte beginnen. Es kann aber dennoch schon zum Befall gekommen sein. Meist bei den Knollen am Vorende. Das ist am Beginn des Ackers. Dort sind schwierigere Bedingungen für die Feldfrüchte. Das ist eben so. So bleibt nur, diese Knollen beim Sortieren herausfinden. Wenns gelingt. 

Genügend eingelagert haben wir

Wir haben noch für etwa 8 Wochen die Sorte Nicola, festkochend im Angebot.

Gunda heißt die mehlige leckere Sorte. Sie lagert gut. Vermutlich haben wir genug.

Wir haben bis etwa Mai/ Juni 23 die rotschalige Alouette, eher fk, als vwfk.

Wir haben dann noch die rotschalige Laura, ebenso vwfk im Lager, ..

die ich etwas zurückhalte, weil diese Sorte sehr gute Lagereigenschaften hat. Obwohl auch sie unter den Drahtwürmern gelitten hat. 

Von Ernte zu Ernte lagern, nicht immer einfach

Denn ich muss ja schauen, dass ich die Knollen so lange lagere, bis die erste neue Ernte erfolgen kann. Und die erste größere Ernte beginnt im Juni/ Juli. Vielleicht können die ersten Frühkartoffeln im Mai geerntet werden, mal schauen. Das kommt auch darauf an, wie schnell der Boden sich im Februar erwärmen kann. Ist dieser sehr kalt, erwärmt er sich sehr langsam, dann nimmt die Knolle im kalten Boden Schaden. Der kann dann schon Krankheiten begünstigen. 


Kart-sortierband-Stapler - Naturkost Schniedershof - Ihr Biokisten Lieferservice vom Niederrhein

Unsere Kartoffel-Sortierstrasse, worauf wir vor allem die Kartoffeln vor dem Ausliefern und Packen der Biokiste sortieren. Dazu haben wir vor wenigen Jahren diese Investitionen getätigt, was auch richtig war. 

Das Auf und Ab der Kunden 

Leider ist es auch im neuen Jahr bemerkbar, dass unser Kundenzuwachs recht gering, wenn überhaupt, ausfallen wird. Zumindest sind die ersten Wochen im Jahr 2023 in Sachen Biokisten-Kunden Zuwachs recht betrüblich. Recht viele Kunden beenden ihre Biokiste mit der Bemerkung, dass Ihnen die Energierechnungen diesen Schritt nahe legt. Meist wird auch betont, dass es NICHT an unserer Biokiste liegt, diese hätten sie wohl gerne weiter bezogen, allein, das vorhandene Einkommen läßt das nicht zu. 

Eine Mail: Leider muss ich die Biokistenlieferung dauerhaft kündigen. Durch eine riesengrosse Nebenkostennachzahlung und eine Verdoppelung der Strom- und Gaskosten im nächsten Jahr sind wir gezwungen, jegliches Einsparpotenzial zu nutzen.

Glücklicherweise kommen aber auch neue Kunden dabei. Das freut uns sehr. 

Die gerechte Einkommensverteilung ist ein RIESEN Thema der folgenden Jahrzehnte. 

Wer kennt die soziale Dreigliederung? Sie könnte eine gute Lösung sein. Es muss sie aber gelernt werden.  Hier ein Link zu einer Seite, wo sie m.E gut erklärt wird: https://www.dieepoche.de/exklusive_artikel/soziale-dreigliederung-eine-einfuehrung/

Bio-Lebensmitteleinkäufe im Discounter kaufen?

Diese Tendenz der geringen Kundenzahlen im Bio-Fachhandel haben auch andere Öko- oder Biokistenbetriebe in Deutschland. Eine Auswertung spricht sogar davon, dass vor allem Bayern und Baden Württemberg den Umsatzrückgang im Bio-Fachhandel  besonders drastisch spüren. Auch dort gehen die Menschen nun verstärkt zu den Billiganbietern. Leider! Dabei ist der Naturkostladen DER Bio-Pionier, der das Wachstum der Bio-Landwirtschaft erst ermöglichte. 

Das es im Süden auch für den Fachhandel schwieriger wird, klingt für mich besonders, denn bislang war es für uns „hier oben“ in NRW immer so, dass eben gerade dort in den südlichen Bundesländern die Bio Umsätze so gut sind, dass eben dort auch so viele Bio- Erzeuger existieren konnten! Dort waren immer die meisten Demeter oder Bioland Betriebe zu finden und ebenso die meisten Bioläden. Ich staunte immer, wenn ich hörte, wie „im Süden“ der Bio-Anbau lief. Weil unsere Arbeit es nicht zuließ, war ich selten dort zu Besuch, wenn doch, dann staunte ich, wie viele Menschen dort in Bayern und BW Bio-Erzeugnisse kauften! Auch in der Schweiz war das schon früh so. Davon träumten wir noch am Niederrhein in der Diaspora.  Ja doch, das kann ich sagen, ich schaute neidisch dorthin, wie gut dort der Absatz von Bio- oder Naturkostprodukten läuft, während wir hier am Niederrhein mit unseren Bio-Produkten uns so schwer taten! Einmal bekam ich Besuch von drei Bio- Erzeugern aus BW. Sie kamen auch mit auf unseren Marktstand in Kempen und zogen danach weiter. Sie waren recht amüsiert darüber, wie wenig Kunden wir an diesem Freitag an unserem Marktstand hatten, obwohl es für uns ganz normal so war.  Einer dieser Bio-Kollegen betrieb einen Marktstand in der Nähe von Freiburg, wo sie damals schon mit 6 Personen bedienen mußten, weil so viele Kunden bei Ihnen einkaufen wollten. Wir waren meist zu zweit auf unseren Ständen. Und mußten uns nicht überschlagen. Wobei, es kam auch vor!  Das ist nun bestimmt zwanzig Jahre zurück, dennoch erinnert mich diese Situation nun daran.  Tatsache ist aber auch, dass es immer noch so ist, dass in NRW, vor allem hier im Ruhrgebietsraum, die Bio-Umsätze wesentlich geringer sind. Aber, wir holen auf! 

  Tour de Biokiste 

Die dritte Tour steht am 1. Februar 23 an. Immer der erste Mittwoch im neuen Monat um 10°°. Wir schauen uns unseren Biokistenbetrieb auf dem Heiligenhäuschenweg 9 an. Wir werden eure Kisten zusammengepackt. Das möchten wir vermitteln. Wir sprechen über den Bio-Landbau mit seinen vielen Facetten. Auch die Gartenarbeit war auch schon dabei. 

Wir freuen uns über euch Besucher! Es gibt genügend Essen und Trinken. 

Wir hatten, so nahm ich wahr, auch sehr zufriedene Besucher bislang. 

Übrigens; Thema Hund mitbringen. Das ist in unseren Räumen nicht möglich wegen der Lebensmittelverarbeitung.  

Ob wir mal andere Termine zusätzlich kreieren, das kann sein, wir denken darüber nach. 

Vielleicht schauen wir uns auch mal den Schniedershof an. Wir können im März/April den Rhabarber auskrauten, wie wäre das? Und ich zeige die nachbarliche konventionelle Landwirtschaft, damit man sich ein Bild von der Qualität der herkömmlichen Nahrung machen kann. 

Gehabt euch wohl, seid gütig und wohlwollend und vertraut auf das zuverlässige Wirken der geistigen Welten.  Euer Matthias Merholz aus Wachtendonk


Renee Herrnkind kennt den Demeter-Landbau und berichtet in der Zeitschrift aTempo.de regelmäßig darüber.

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