Matthias berichtet 2026 08/2026

Die Kartoffelpflanze 2025 im guten Wachstum. Wird das Wetter gut, jedes Jahr die Frage.
Kartoffel, 2025
Kartoffeln Ernte 2025
Dank unserer hervorragenden Kunden haben wir es geschafft, die aus letzter Ernte 2025 nicht gut hervorgegangenen zuerst geernteten Kartoffeln, mit Wuchs- und Fraßschäden, dennoch gut zu verkaufen! Wie können uns glücklich schätzen, dass wir eine solch tolerante Kundschaft zu den unseren zählen können!
Erntetag im August
Die Ernte der Knollen erfolgt immer früher, dass ist wohl dem Klimawandel zuzuschreiben. Dieses Jahr waren manche Tage und Nächte ebenso heiß, was zu einer intensiveren Bewässerung führte, aber nach unserem Rückblick, war die Hitze nicht so schädigend wie im Erntejahr 2024, denn da ernteten wir beinah gar nichts. 2024 war ein Totalausfall, zumindest wirtschaftlich. Wir stellen zunehmend fest, dass die Natur immer ärmer rundherum der Bioflächen wird, sodass die Nütz-wie die Schädlinge sich alle auf die kleinen Bioflächen konzentrieren. Ich empfinde das sehr dramatisch, was die herkömmliche, dem Preisdruck ausgesetzte Landwirtschaft für Einöden hinterläßt! Und das schon seit Jahrzehnten, OHNE Besserung! Also erwarteten wir nun, 2025, eine bessere Ernte auf unseren Bioflächen, die ja auch in sehr unterschiedlicher Umstellungsphasen sich befinden. DAS sollte man bedenken, wie lange ein gut gepflegter Boden benötigt, wenn er gute Früchte tragen soll! So ist also der erste Erntetag ein besonders Erlebnis. Vinzent, der junge Bauer, hatte schon Tage zuvor die Erntemaschinen instandgesetzt und die Großkisten auf dem Hänger fertiggestellt. Dann fährt er mit dem ganzen Gespann zum Acker wo die Ernte stattfinden soll. Diese Ackerflächen sind manchmal weiter vom Hof entfernt, weil der Bauer leider die Flächen, die er zum Anbau benötigt von irgendwelchen Landbesitzern pachten muss, die nicht für den Bio-Landbau schwärmen. Der vorgefundene Zustand der Flächen ist meist miserabel, ein fruchtbarer Boden, den gibt es nur noch selten. Der Demeterlandwirt achtet stark auf seine Fruchtfolgen, wonach er seinen Anbau einrichtet. Bei Bioflächen ist das viel schwieriger, weil ja der Acker erst mindestens drei Jahre umgestellt werden muss, was einerseits viel Geld kostet, denn die Pacht von mehreren Tausend Euro muss dennoch gezahlt werden und die desolaten Böden sind häufig in einem erbärmlichen Zustand. - Eigentlich wäre das eine Aufgabe der Gesamtbevölkerung, dieses zu leisten, denn die zuvor darauf erzeugte „Billig-Lebensmittel“ waren ja viel zu billig produziert. Auf solch einer „jungen“ Bio Fläche wuchsen nun auch die Nicola Knollen die zuerst geerntet werden konnten. Habe ich das verständlich ausgedrückt? Gebt mir Bescheid, wenn ich etwas genauer darstellen sollte. Ich meine eben, dass versteht schon jedermann.
Die Ernte beginnt dann in größeren Mengen
Wir waren also am Erntetag erstaunt, wie reichlich die Ernte ausfiel! Wir standen auf dem Roder und es fiel auf, dass sehr viele Steine mit hochkamen, (hier am Ndrhn gibt es enorm viele Kiesäcker) und auch fiel auf, dass viele Knollen schon auf dem Roder aussortiert werden mußten. Bei genauer Betrachtung sah man viele Fraßschäden der Eulenraupe, die in dieser Saison sich wohl besonders vermehren konnte! Enorm viel. Nun, dabei sollte bedacht werden, dass es zwar ökologisch sehr wertvoll ist, dass sich die Eulenraupen so gut vermehren konnten, die Fraßschäden aber erhebliche Kosten erzeugen. Zudem konnte auch der Drahtwurm sich gut vermehren. Der bohrt die kleinen schwarzen Gänge in die Knolle, vermehrt sich darin, schlüpft und fliegt dann von dannen. Die Gänge werden dann später schwarz und stören beim schälen und zubereiten. Die Haltbarkeit ist glücklicherweise nicht betroffen, ebenso mit den Fraßschäden der Eulenraupen, die ja auch schon lange auf dem Acker sich „aus dem Staub“ gemacht haben.
So erntet man die Ackerfläche zu ende und erwägt die Menge und Qualität und ob man sie gut verkaufen kann. Im Hofladen werden viele verkauft, aber nicht die große Erntemenge. Dafür benötigt man Kartoffelhändler, die diese Knollen kaufen möchten, aufbereiten und lagern. Bei Bioware ist das nochmal schwieriger, denn der Verarbeiter muss sich Bio-zertifizieren lassen, was er ja auch selber bezahlen muss, ebenso wie der Bauer. Es ist bekannt, dass der herkömmliche Kartoffelhandel fürchterliche Ansprüche an die Qualität der Knollen stellt! Also, da geht es nicht um Geschmack und die innere Qualität, also Gesundheitsfragen der Lebensmittel, die den ganzen Menschen ernähren sollen. Solche Anforderungen werden nicht gestellt und auch vermutlich als unnütz abgetan. Sind an der Ernte schon äusserliche Schäden sichtbar, weiß der Bauer, dass er vom Kartoffelhandel grausame Abzüge zu erwarten hat. Es ist sogar nicht nur einmal vorgekommen, dass man die viele Ware erntet, auf LKW´s verlädt und diese zu den häufig weit entfernt liegenden Verarbeitungszentralen liefert, auf Kosten der Landwirte natürlich, und die Kartoffelhändler die dann durchsortieren und anschließend der Bauer einen Brief bekommt, dass die Ware mit 50% abgekürt wurde, oder sogar, das haben wir selbst erlebt, dass sie komplett abgelehnt wurde und man die Ware auf eigene Kosten wieder abholen muss! Auf ein Gespräch lassen sich die Händler nicht ein, sie schreiben dem Landwirt vor, welchen Preis er bekommt. Mit einem Miteinander hat das gar nichts zu tun! Es kommt dies häufig vor, denn die Verarbeiter schützen sich damit vehement vor Reklamationen, die die großen Vermarkter sofort aussprechen. Diese können sich das erlauben, denn die meisten Jahre gibt es genug landwirtschaftliche Ware im Angebot, und kann der erste Verarbeiter nicht „einwandfreie Ware“ liefern, fliegt er sofort raus, was dem zweiten dann zugute kommt. Ansonsten wird sie eben irgendwo im Ausland geordert.
Aussortierte Ware wird meist gar nicht mehr für den Markt genutzt, sie wird entweder an solche Verarbeiter geliefert, die Kartoffelerzeugnisse (Stärkeprodukte)produzieren, die aber auch nur die niedrigsten Preise zahlen, oder die aussortierte und übrige Ware geht in die Biogas Produktion, was ja einerseits gut ist, aber der Erlös ist so gering, dass damit vielleicht gerade mal die Urproduktionskosten beglichen werden können.
So, nun zu der aktuellen Situation
Wir haben noch viele Kartoffeln auf dem Schniedershof eingelagert!
Die Nicola, unsere festkochende Hauptsorte, ist genügend vorhanden! Neben diesen lagert auch die leckere mehlige Gunda, welche auch gekauft werden möchte.
Nun das Besondere!
Ich habe beinah ALLE bisherigen Knollen intensiv durch sortiert! Das war und ist eine riesige Arbeit gewesen! Beinah jede Knolle habe ich genau ansehen müssen. Dabei kann es mir gut geschehen sein, dass ich mal nicht richtig kontrollierte und mir schlechte Knollen dadurch geflutscht sind! Dafür will ich mich entschuldigen!
Nun die schöne Meldung:
Nachdem wir nun viele Nicola Toffeln verkauft haben, gelangen wir nun zu der Ernte, die auf einer älteren Demeterfläche gerodet werden konnten. Diese ist in einem guten Zustand, daher haben die Knollen die Lagerzeit viel besser überstanden und werden dies vermutlich auch noch bis April/ Mai durchstehen! Das hat mich wirklich sehr gefreut!
